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23.04.11 - EILTANK + INKASSO MOSKAU
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- EILTANK - HardcorePunk-Crust/Köln - INKASSO MOSKAU - Death-Grind-HC/Osnabrück
Eiltank: Stiller Beobachter Unglaublich, wie es diese Band schafft, immer das Richtige zu tun. Die neue Platteist mal wieder ein Qualitäts-Zeugnis erster Güte. Feinster Crust aus Köln, der sowohl hinsichtlich des Songwritings als auch vom Sound her genauso die Untergrund-Puristen wie auch High-End-Freunde begeistern wird.
Zunächst die formelle Betrachtung. "Stiller Beobachter" kommt ausschließlich als 12"-Vinyl daher und setzt damit die Verweigerung digitaler Medien fort. Diese erste Ausgabe ist auf 500 Kopien limitiert und das runde Wachs erstrahlt in entsorgungsfachkräftigem Orange mit schwarzen Splatter-Spritzern. Die sechs neuen Titel finden allesamt auf einer Seite Platz, daher bleibt die zweite Seite ganz dekadent leer und wird dafür schön bedruckt. Da hört das Auge mit. Auf die Musik hat das alles natürlich keinen Einfluss, aber die Domstädter können sich auf sich selbst verlassen. Getreu dem alten Motto "All Killer - No Filler" preschen die sechs Songs in knapp 12 Minuten durch die Nadel und da bleibt keine Zeit für Schnörkel, Experimente oder B-Ware. Das natürgemäß recht enge Korsett der Crust- und D-Beat-Strukturen wird aber trotzdem bis in den letzten Winkel mit Aggression, Melodie, Geschwindigkeit, Wut, Verzweiflung und Vernunft gefüllt. Die Texte, zur Hälfte auf Deutsch und zur Hälfte auf Englisch, behandeln persönliche wie gesellschaftliche Missstände. Sänger Flo zeichnet Bilder von Wut und Unsicherheit, Hass und innerer Aggression. Die Alltagsmaschine kriegt genauso ihr Fett weg wie die eigene Oberflächlichkeit und Antriebslosigkeit. Spielerisch ist diese Gruppe sowieso über jeden Zweifel erhaben und schafft es sowohl technisch wie auch kompositorisch auf Platte die selbe rastlose Energie wie auf der Bühne zu entfachen. Grundsympathisch und schwer beeindruckend. Einzig die kurze Spieldauer lässt einen mit dem Wunsch zurück, möglichst bald MEHR zu bekommen. Aber lieber öfter mal eine EP oder Split als jahrelang auf ein Album warten zu müssen. Danke, Eiltank!
Bei INKASSO MOSKAU handelt es sich nicht etwa um die ähnlich heißende Firma aus Berlin, sondern um die Death-Grind-Hardcore-Baller-Formation aus dem Osnabrücker Raum. Die jüngst erschienene Debut-EP 'ZURÜCK INS EIGENHEIM' umfasst sechs Stücke, von denen das längste 2:35 dauert. Die Musik ist angereichert mit Elementen aus Hardcore, Grindcore und Death Metal. Die Texte sind geprägt von Irrsin und Kritik, die Botschaften oft kryptisch verhüllt oder schlicht nicht gegenwärtig. Extreme Berg- und Talfahrten zeichnen die Musik aus, die bei aller Kürze angefüllt ist mit Breaks, wechselnden Themen, Brüchen und Sprüngen. Trotzdem ist alles aus einem Guss und ergibt im Gesamtkonzept durchaus Sinn. Als Paten sind hier wohl als erfolgreichste bzw. bekannteste Deutsch-Grind Band (höhö) die Japanischen Kampfhörspiele zu nennen. Allerdings wäre es falsch INMO als JAKA-Ableger zu reduzieren, da sie durchaus eigenständig sind. Der Vergleich rührt eher daher, dass es wenige Bands gibt, die ähnlich beherzt Irrsinn, Humor, Aggression und Intelligenz sowohl textlich als auch musikalisch zusammenbringen. Der Sound der EP ist übrigens absolute Chef-Klasse. Was sich live bereits ankündigt, nämlich, dass die Band unglaublich präzise und hart spielt, auch bei den übel-schnellen Blastern, wird auf CD noch bestätigt. Das Trio (!) walzt auch ohne Bass alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt und spielt dabei heftigste Passagen mit einer Leichtigkeit, als würde man gemütlich tote Fische in Briefkästen räumen. Absolut gelungener Erstling!
http://www.myspace.com/eiltank http://www.myspace.com/inkassomoskau
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