Der Kunstverein - „Drei Jahrzehnte Anarchie“.
„Punkclub, Disco und Wohnzimmer: Der Kunstverein hat viele Gesichter. Noch immer kann man hier auch mit schmalem Geldbeutel einen guten Abend erleben - und den Kunstverein als einen der schrägsten, witzigsten und abgefahrensten Clubs dieser Stadt für sich selbst entdecken.“
Quelle: Nürnberger Nachrichten; 04.08.2006
Jugendarbeit, Kunst und Kultur - der Kunstverein.
Der Kunstverein Hintere Cramergasse e.V., kurz "der KV". ist eine soziokulturelle Institution zur Förderung von Kunst und Kultur, - und ein fester Bestandteil der Jugend- und Subkulturlandschaft Nürnbergs. Generationsübergreifend wird hier seit über 30 Jahren Kulturarbeit geleistet. Unentgeltlich aber nicht umsonst.
Der Beginn vor über 30 Jahren.
Angefangen hat alles im April 1976 in der Hinteren Cramergasse 12 in Nürnberg St. Peter / Gleishammer. Mehr eine Gartenlaube als ein Vereinsheim, in dem man auf den ersten Blick kaum ein kulturelles Projekt vermuten würde. Damals hervorgegangen aus einer Gruppe Kunststudenten die ein Haus als Atelier und Treffpunkt nutzen wollten, fanden bald auch die ersten Konzerte und Feiern statt deren spezielles Flair sich bald in Nürnberg herumsprechen sollte.
Aus diesem Projekt wurde bald ein Haus, an dem nicht nur die dürftigen sanitären Einrichtungen, sondern auch einige überfüllte Konzerte, seine skurillen Betreiber, Nutzer und deren Geschichten in und um den Kunstverein zur Legende wurden.
Immer durch die Menschen geprägt, die in diesem Verein aktiv wurden oder das Haus nutzen wollten, entstand so eine bunte Mischung unterschiedlichster Kunstströmungen. Von diversen Theaterprojekten, über Filme, verschiedenen Musikgruppen und Konzerten, philosophischen Ergüssen, spontanen Demonstrationen bis hin zur Wählergemeinschaft “Die Guten“ brachte der Kunstverein vieles hervor, was auch heute noch die Alternative Kultur in Nürnberg prägt.
Das Ende der Hinteren Cramergasse und die Hilfe der Stadt Nürnberg.
Diese scheinbare Idylle in der hinteren Cramergasse war zum Ende der 90er Jahre dahin, als sich der Konflikt über die Zukunft des Kunstverein-Geländes mit der Stadt so zuspitzte, dass eine neue Bleibe gesucht werden musste.
Die Stadt bot daraufhin dem Kunstverein ein neues Vereinsheim auf dem ehemaligen SS-Kasernengelände an der Frankenstraße an. Im Herbst 1999 zog der Kunstverein als erster Nutzer in den Z-Bau. Ohne Strom und Heizung wurden unter abenteuerlichen Bedingungen die ersten Veranstaltungen durchgeführt.
Mit über 120 Veranstaltungen jährlich ist der KV ein fester Bestandteil des kulturellen Angebots auf diesem Gelände und in Nürnberg geworden.
Die kommerzfreie Zone.
Im Kunstverein arbeiten alle Mitglieder, Freunde und Untertützer unentgeltlich, jede/r mit hohem persönlichen Einsatz und viel Liebe zur Idee der basisdemokratischen Selbstverwaltung, des eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Handelns und der gelebten Solidarität mit gelegentlich auftretendem Chaos.
Der KV finanziert sich selbst und kommt ohne nennenswerte städtische Zuschüsse aus, - und das bei moderaten Preisen für Eintritt und Getränke, ohne Konsumzwang und ohne Gewinnorientierung.
Wir schaffen in unseren Räumen und bei unseren Veranstaltungen eine respektvolle Atmosphäre für alle. Für Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung, der Hautfarbe, der Herkunft oder des Geschlechts gibt es bei uns keinen Platz. Ausser Nazis findet hier jeder eine Heimat.
Bühne und Zwischenstation für Bands aus der ganzen Welt.
Obwohl sich die Ausrichtung nun deutlich mehr auf Live-Konzerte aller Art konzentriert, blieb das spezielle Flair des Kunstvereins nach wie vor erhalten. Die ungewöhnliche Inneneinrichtung, die Gäste, unsere Mitglieder und Veranstaltungen sind oft an Schrägheit nicht zu überbieten.
Musiker und Bands auf der ganzen Welt sind Gäste im Kunstverein, Anfänger und Profis finden hier Ihre Bühne. Auf Tournee durch Deutschland oder ganz Europa nutzen viele Musiker die Gastfreundschaft im Kunstverein, finden hier einen Schlafplatz und üben sich in der Benutzung der Gemeinschaftsküche.
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